C++ sollte an den Schulen unterrichtet werden

Foto: Detlef Bluhm

Christoph Keese | Foto: Detlef Bluhm

Christoph Keese, Executive Vice President der Axel Springer SE und dort für den Umbau des Unternehmens in einen digitalen Medienkonzern zuständig, eröffnete das Verbandsjahr 2015/2016 des BBC mit einem Vortrag über das Silicon Valley, in dem er 2013 ein halbes Jahr mit seiner Familie und einigen Managern der Führungsriege des Konzerns gelebt hat. Keese konzentrierte sich in seinem Vortrag auf vier Beobachtungen, die er im reichsten Tal der Welt gemacht hat. Erstens sind ausgerechnet die Protagonisten der Unternehmen, die die digitale Kommunikation erfunden haben, kaum per Telefon, Mails oder soziale Medien zu erreichen, sondern so gut wie ausschließlich über persönliche Kontakte. Zweitens zeichnen sich Startups u.a. dadurch aus, dass sie ihre Geschäftsideen mit vielen anderen, auch konkurrierenden Unternehmen offen austauschen. Drittens werden Startups im Silicon Valley in einer in Deutschland fast unvorstellbaren Geschwindigkeit gegründet. Zwischen der ersten Idee und dem Launch des Produkts liegen oft nur sechs Wochen. Und viertens steht in Kalifornien ein Wagniskapital für Startups in Höhe von jährlich etwa 70 Milliarden Dollar zur Verfügung. In Deutschland sind es gerade 700 Millionen Euro. Keese hat in diesem Zusammenhang auch erlebt, dass jungen Unternehmensgründern mit etwas Glück innerhalb weniger Tage fünf- und sogar sechstellige Summen zur Unternehmensgründung zur Verfügung gestellt werden.

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Der Berliner Buchhändler Club im Berliner Büro des Börsenvereins | Foto: Detlef Bluhm

Auf die Frage aus dem Publikum, welche Vorschläge er zur Modernisierung des Bildungsystems in Deutschland machen würde, antwortete Keese zunächst grundsätzlich, dass er seinen Kindern die Möglichkeit geben möchte, in der zukünftigen Digitalökonomie zu den Produzenten zu gehören und nicht lediglich zu den Konsumenten. Das bedeutet u.a., dass an den Schulen die Programmiersprache C++ unterrichtet werden sollte. Auf der Welt sprechen mehr Menschen diese Programmiersprache als beispielsweise Französisch oder Deutsch. Es gebe etwa 100 Millionen Menschen auf der Welt, die die deutsche Sprache beherrschen, sagte Keese, aber über 500 Millionen, die C++ programmieren können. Deshalb müssen Kinder lernen, Computer selber programmieren zu können.

Christoph Keese hat über seine Erfahrungen und Bewertungen seiner Zeit im Silicon Valley im Knaus Verlag ein gleichnamiges und ungemein gut lesbares Buch veröffentlicht, dass hier mit Nachdruck empfohlen werden soll:

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